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25.06.1994 - Oranienburger Generalanzeiger - „Für die Zweifler: Auch wir haben Freude am Leben"

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„Für die Zweifler: Auch wir haben Freude am Leben"

Oranienburger Caritasheim St. Johannesheim feierte sein Johannesfest / Großes Angebot an attraktiven Veranstaltungen

Von unserem Mitarbeiter Dietmar Stehr
 
Oranienburg • Alle Jahre wieder wird am 24. Juni im Oranienburger Caritasheim St. Johannesberg feste gefeiert. Denn an diesen ag ist der Namenstag … Johannes dem Taufer, nach dem die Einrichtung benannt ist. Als der Johannesberg … von Ordensschwestern gegründet wurde, war dies fast ein …  wie jeder andere. Eher … man den Geburtstag der … n als Anlass, ein Fest zu …  Nachdem diese aber … das Heim verließen, fand … im selben Jahr das erste Johannesfest statt.

…  so fanden sich gesten … geistig und zum Teil körperlich Behinderte, die in … heim, Werkstatt und …  e betreut werden, auf dem Gelände in der Berliner Straße … Gemeinsam mit Eltern, … den, momentanen und … aligen Betreuern und allen Interessierten aus der Pfarrgemeinde, von anderen Verbänden und der Kommune feierten … ren Tag. Der Leiter der Einrichtung, Heinz Stehr, bezeichnete es als ,,das Jahres-… „ an dem insgesamt 300 … chen einen gemeinsamen … d zum Feiern hätten.

Wie  es sich für ein richtig großes Fest gehört, wurde den Feiernden ein vielseitiges und abwechslungsreiches Programm  … ers, Nachdem man um 10.30 Uhr mit einem gemeinsamen Gottesdienst den Feierrtag begonnen hatte, labten sich alle an Nudeln mit Tomatensauce. Danach wurde es rasant. Mit zwei sogenannten Trikes - dreirädrigen Motorrädern - erforschte fast jeder Gelände und Umgebung mit einem Betreuer am Steuer.

Nebenbei stellte sich der Judo-Verein ,,Samura Oranienburg" mit einer Schau-Darbietung vor. Die acht Judokas demonstrierten auf vom strahlenden Sonnenschein glühend heißen Matten ihre technischen Fertigkeiten vor den Augen der vielen gespannten Zuschauer. Anschließend durften sich alle selbst einmal bei Purzelbaum und Schulterwurf probieren. Martin Rathenow, Bewohner des Johannesberg, war von den Darbietungen so angetan, daß er am liebsten auch Mitglied in einem Judo-Verein werden würde.

Aber nicht nur zusehen, sondern mitmachen war angesagt. Egal ob große Seifenblasen, Schmierseifenrennbahn, oder Hopseburg, jeder konnte sich nach Lust und Laune austoben.
Es bestand die Möglichkeit sich zu schminken, zu verkleiden, oder auf einer Erlebnisstrecke die eigenen Füße zu massieren. Am Nachmittag ließen sich alle bei herrlichem Wetter reichlich selbstgemachten    Kuchen schmecken. Anschließend gab das Theater „Pampelmuse" sein Stück „Rumpelstilzchen oder das verkaufte Versprechen" zum Besten.

Aber es sind auch die kleineren Aktivitäten, die ein solches Fest schön werden lassen. An einem Stand wurden Keramik- und Handarbeiten aus der Werkstatt für Behinderte verkauft. Auf mehreren aufgestellten Schauwänden stellten sich einzelne Gruppen und Bereiche des Heimes vor. Dort konnte man dann lesen „Für die Zweifler, auch wir haben FREUDE am Leben". Von dieser Freude konnte man den ganzen Tag über etwas spüren, wie etwa bei dem 12jährigen Johannesberger Daniel Meisel. Auch wenn das Schminken nicht sein Fall war, so konnte er sich sehr für die Trikes erwärmen, mit denen er gleich zwei Mal fuhr.

Dank der großzügigen Spenden ortsansässiger Firmen brauchte bei Spielen und einer Tombola mit Preisen nicht gegeizt werden. Und was alle besonders freute, war, dass im Gegenteil zum letzten Jahr Petrus ausgesprochen gute Laune hatte. So wurde nach dem gegrillten Abendessen unter freiem Himmel getanzt, bis die Füße wehtaten.

Einer alten Tradition folgend, beschlossen alle gemeinsam den Tag mit einer großen, aber dennoch gemütlichen Runde um ein Lagerfeuer. Dabei spielten Gitarren, Geigen und Flöten im Schein des fast vollen Mondes. Für alle war es ein Tag, der ein großes Fest verdient hatte, und so freut sich jeder und jede auf das nächste Jahr, wenn wieder ein Namenstag und die Freude am Zusammensein gefeiert werden.